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Kultur - Dörfer - Uttenheim

Der Name Uttenheim

Der Name Uttenheim ,der zwischen 993 und 1316 in den Varianten „Outenheim“, „Outanheim“, „Utenhaem“ und „Utenhaim“ vorkommt, geht laut dem Namenforscher Finsterwalder auf den bajuwarischen Namen „Uota“ zurück. Eine solche „Uota“ ist als Mitglied des altbayrischen Herrscherhauses der Agilolfinger historisch bezeugt.

Sicht auf Uttenheim

Zur Geschichte

Uttenheim wird 993 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1100 sind die Edlen von Uttenheim bezeugt, die vermutlich bald auf dem wilden Felsen über dem heutigen Ort ihre Burg errichteten. Ursprünglich selbständig, scheinen sie ab 1140 als Ministerialen der mächtigen Tauferer Herren auf. 1387 starb das Geschlecht derer von Uttenheim aus. Die Herren von Taufers hatten vom Hochstift Bamberg Besitz in der Gegend von Gais verliehen bekommen. Bei der Teilung im Haus der Edlen von Taufers im Jahr 1306 wurde die Burg Uttenheim noch als gemeinsamer Besitz der Edlen von Taufers erklärt, dürfte aber dann in den alleinigen Besitz des Ulrich von Taufers übergegangen sein und damit auch die Gerichtsbarkeit über das Dorf Uttenheim.
Ulrich von Taufers hatte die Burgen Uttenheim und Neuhaus mit dem Gericht 1311 seiner Gemahlin Katharina von Görz vermacht. Von dieser kam der Besitz dann an ihre Brüder und wurde mit der görzischen Grafschaft im Pustertal vereinigt.
Während in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts Neuhaus noch der namengebende Mittelpunkt des Gerichtes ist, erscheint ab 1459 die Bezeichnung Gericht Uttenheim. Nach mehrmaligem Besitzwechsel kam das Gericht Uttenheim 1674 an die Herren und später Grafen von Troyer, die das Lehen bis zur bayerischen Herrschaft behielten. Letztere unterstellte es dem Landgericht Bruneck und verleibte es ihm 1810 vollständig ein. 1817 erhielten es die Grafen von Ferrari zusammen mit Taufers.
Das Gericht Uttenheim bestand aus den fünf Pimberchen (=Steuer- und Wirtschaftsgemeinden) Gais, Mühlbach, Uttenheim, Lanebach und Burgfrieden Uttenheim. Der Gerichtssitz befand sich seit dem Zerfall des Schlosses im 17. Jahrhundert in Gais.
Seelsorglich wurde Uttenheim von Taufers aus betreut. 1811 wurde Uttenheim mit Gais zu einer Gemeinde vereinigt. 1814 wurden beide Dörfer jedoch wieder selbständige Gemeinden. 1928 wurde die Gemeinde Uttenheim der Gemeinde Gais angegliedert.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche zur Hl. Margareth

Eine reich geschmückte Fassade mit Volutengiebel, Rechteck- und Lünettenfenster und im einschiffigen Innenraum Tonnen- und Kreuzgratgewölbe auf Pilasterbündeln, ein halbrunder Chorabschluss und ein Doppelzwiebelturm kennzeichnen den barocken Bau der Kirche von Uttenheim, die 1774 vollendet und 1783 geweiht wurde.
Besonders beachtenswert sind die Deckengemälde von Franz Anton Zeiller aus dem Jahre 1774. Im Chor wird die Geburt der Maria dargestellt , im Kirchenschiff die Verehrung der Maria (vielmehr des Marienmonogrammes) durch die vier Erdteile und das Martyrium der Hl. Margareth und des Hl. Andreas. Auch die Kreuzwegstationen in Rahmen mit geschnitztem Rocaille stammen von Franz Anton Zeiller aus der Zeit um 1775. 

Weitere Informationen

Pfarrkirche zur Heiligen Margareth Pfarrkirche zur Heiligen Margareth

  • Uttenheimer Schlössl

Die Ruine der Burg der Edlen von Uttenheim, die 1140 als Ministerialen der Herren von Taufers erwähnt werden, befindet sich auf einem steil abfallenden Felsengrat. Die seit dem 17. Jahrhundert dem Verfall preisgegebene Burg besteht heute noch aus der Ringmauer, dem großteils eingestürzten dreigeschossigen Palas, der Kapelle zum Hl. Valentin und dem Bergfried.

Uttenheimer Schlössl

  • Kapelle zum Hl. Valentin

Die romanische Kapelle mit abgesetzter Rundapsis ist noch gut erhalten und wurde 1970 instand gesetzt. Im 16. Jahrhundert wurde die Kapelle gotisiert und erhielt damals ein verspieltes Netzrippengewölbe. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kapelle mit Dekormalerei ausgestattet. Bei der letzten Restaurierung wurden interessante romanische Freskenreste aus dem 13. Jahrhundert, darunter ein Brustbild des Hl. Gregorius in der Apsis, freigelegt.